Architekturbüro für Baubetrieb

Lebensräume schaffen - Darmstadt und seine Plätze

Riegerplatz
Riegerplatz
Riegerplatz-Ansicht

Riegerplatz – dem Menschen sollte er dienen!

2008 habe ich bei einem hiesigen Wettbewerb teilgenommen. Ausgelobt wurde er von der Stadt Damstadt. Das Thema dieses Wettbewerbs hieß damals „Unsere Stadt soll attraktiver werden“. Ich habe mir folgendes zum Ziel gemacht: die Autos sollten diesen Platz nicht mehr belegen, vielmehr sollte er wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt werden: den Menschen zu dienen! Angedacht war von mir eine parkähnliche Situation zu schaffen, zu flanieren unter Bäumen, entlang an Wasserspielen. Inder Mitte habe ich für die Kinder ein Parcours angelegt: mit dem Fahrrad, Tretauto oder ähnlichem kann man dort auf einer „Welle“ fahren! Zum Verweilen stehen dem Besucher Bänke mit Tischen ausreichend zur Verfügung. Der Kommunikation wurde hiermit Rechnung getragen: für mich ein wichtiger Punkt, gerade, was das Leben innerhalb einer Stadt ausmacht!

Die Stadt Darmstadt hat nun die Dringlichkeit einer Umgestaltung des Riegerplatz erkannt- aber wie ich meine nur halbherzig umgesetzt, indem sie lediglich eine Hälfte des Riegerplatz für die Bevölkerung frei von Autos gemacht hat. Das Leben greift um den Riegerpaltz herum – dort wo Cafés, Restaurants, Bistros sind. Der (halb-) leer-geräumte Riegerplatz wird nicht einbezogen - schade!

Taunusplatz
Taunusplatz

Taunusplatz - der Name ist Programm

Gelegen an einer nach Westen hin leicht abfallenden Straße- somit könnte man den Platz in der Mitte durch einen Wasserlauf teilen- unterteilt in mehrere kleiner Wasserbecken, welche miteinander verbunden sind. Wasser- ein durchaus reizvolles Medium- nicht nur für Kinder! Die hiesigen Gastronomen könnten ihre Bewirtschaftung innerhalb einer gemütlichen Atmosphäre errichten und die Besucher könnten in einem gemütlichen Ambiente speisen- die „fallenden“ Wasser des Taunus machen dies möglich. So kann man mit relativ einfachen Mitteln diesem Freiraum mehr Gewicht, mehr Klasse geben. Die Bürger der Stadt würden dies begrüßen- da bin ich mir sicher!

Lichtenbergplatz
Lichtenbergplatz

Lichtenbergplatz – ein vergessenes Kleinod in geschichtsträchtige Umgebung

Der Lichtenbergplatz (benannt von den dortigen Anwohnern) fristet ein kümmerliches Dasein: von vier wunderschönen Weiden eingerahmt passiert auf diesem Platz- nichts! Lediglich eine Traffostation an der SO- Ecke und den Versuch seitens der Stadt, dies durch eine geschwungen Erweiterung zu ergänzen. Die dort ansässigen Gastonomen würden diesen Platz gerne nutzen- was Fehlt sind die Rahmenbedingungen seitens der Stadt. Der Philosoph und Physiker Lichtenberg würde es zu schätzen wissen, wenn man sich hier treffen, kommunizieren und Meinungen austauschen könnte!

Victoriaplatz
Victoriaplatz
Alicenplatz
Alicenplatz

Viktoriaplatz & Alicenplatz - zwei Plätze mit historischer Bedeutung

Beide Plätze, verbunden durch die Viktoriastraße haben städtebaulich gesehen historischen Charakter: Großherzog Ernst Ludwig, Begründer des Jugendstils in Darmstadt, war der Vater von Viktoria und Ehemann von Prinzessin Alice.

Beide Plätze haben in ihrer Mitte einen Platz, der einlädt zum Verweilen. Wenn da nicht dieser Konflikt bestünde mit den allgegenwärtigen Autos. Sie parken rund um die Plätze, eine Zufahrt zu den Parkplätzen verhindert, dass man diesen Ort aufsuchen kann. Somit verwaisen sie- bleiben ungenutzt und verwahrlosen!

Änderungen im Parkplatzangebot

Parkraumbereitstellung bleibt eine zentrale Aufgabe, nicht nur der Stadt. Flächen für das Parken in der Stadt werden weiterhin knapp sein.

  • Zunehmende Bedeutung von Park & Ride
  • Zunehmender Einsatz mechanischer Parksysteme
  • Flexibilität im Parkraumangebot; Vernetzung der Parkflächen.
  • Verlagerung des Parkens in weniger sensible Bereiche.
  • Weiteres Reduzieren des Straßenparkens!
  • Stegender Aufwand für den Bau von Parkflächen
  • Neue Technologie und Dienste

Verbreitung dynamischer Parkleitsysteme. Entwicklung individueller Informationssysteme. Leitsysteme auch in den Parkhäusern! Neue Systeme zur Überwachung der Parkdauer sowie zur Zahlung der Parkgebühren. E- Parking: Parkhäuser am Netz. Unterstütztes und automatisches Einparken. Neue Dienste durch neue Technologien (z.B. flexible Einbindung aller Parkflächen in die Parkraumbewirtschaftung).

  • Neue Maßnahmen im Verkehrsmanagement
  • höhere Preise und flexiblere Tarife für das Parken
  • wachsende Akzeptanz von Beschränkungen
  • Regelung mit differenzierten Zufahrtsrechten
  • Einführung von Straßennutzungsgebühren
  • neue Formen der Zusammenarbeit
  • Einführung von Qualitätsmanagement

Dies ist sicher nicht der Weisheit letzte Schluss- dennoch bin ich überzeugt, dass man sich der Problematik stellen muss! Denn um die Lebensqualität in den Städten wieder zu gewinnen, der Stadtflucht zu begegnen und eine Zersiedlung der Landschaft zu verhindern muss man sich dieser Problematik befassen.

Mollerplatz
Mollerplatz

Mollerplatz - ein Platz mit Modellcharakter

Zu guter Letzt möchte ich noch den Mollerplatz vorstellen: gelegen im westlichen Areal des Martinsviertel, umgeben von historisch eindrucksvollen Bauten, hat dieser Platz etwas, was ich als anheimelnd verstehe. In dieser verkehrsberuhigten Zone kann man neben den zu erledigten Einkäufen auch verweilen; man kann sich in eines der Cafés setzen. Man hat hier geschafft, was anderswo nicht vorstellbar wäre: eine altersgerechte Durchmischung der Bewohner, Platz für Familien mit Kindern und Senioren. Und dieser Platz lädt ein zum Spielen und zum Kommunizieren! Das Miteinander ist hier vorhanden- und zwar fühlbar. Das bestätigen nicht nur die Anwohner, auch die Laden- und Restaurantbesitzer tun ihnen gleich!